Um auf die Frage von Freunden aus dem hygienisch einwandfreien und mit einer hohen Krankenhausdichte gesegneten Deutschland zurueckzukommen, was wir denn machen, wenn wir krank werden:

Zunaechst einmal hilft bei Erkaeltungen in Patagonien und Magenverstimmungen in Indien das gute alte Ciproflox aus der Reiseapotheke, die wir zuhause reichlich mit diesem Breitbandantibiotikum bestueckt haben. Wurzelbehandlungen und Bluttests kriegen die Aerzte in Indien auch ganz wunderbar hin und Mittelohrentzuendungen sind fuer die ultramodernen Krankenhaeuser Thailands definitiv kein Problem. Soweit also alles safe. Dass es allerdings auch etwas rudimentaerer geht, konnten wir immer wieder feststellen. So z.B. in den Medikamenten-Kruschtelkisten der nepalesischen "Apotheken". Zur Verdeutlichung der medizinischen Versorgung in Laos zum Beispiel hilft diese Andekdote:

Das kleine Aeffchen in Vang Vieng, an den Ufern des Mekong, wusste seine uebergrosse Zuneigung letztendlich nicht mehr anders auszudruecken als in einem kurzen Biss in Caros Arm und einem Kratzer hinter meinem Ohr. Da Tollwut und ueberschaeumende Liebe nicht immer zweifelsfrei voneinander zu unterscheiden sind, haben wir uns fuer die fuer diesen Fall empfohlene Auffrischimpfung entschieden. Gegen Tollwut, nicht gegen Liebe. Die erste Spritze haben wir uns im Hospital in Vang Vieng abgeholt, einem semisauberen Bau mit rostigen Betten. Geht schon. Die zweite Spritze, vier Tage spaeter, sollte es in der laotischen Hauptstadt Vientiane geben. Der Arzt des "International Hospital" (???) hat uns mit der auf Lao geschriebenen Adresse des District Hospital versorgt, dort sollte der Impfstoff vorraetig sein. Dank der Adresse hat uns ein Tuk-Tuk Fahrer auch zu einem Krankenhaus gefahren, Krankenhuette eher. Die Holzhuette kam uns zwar etwas spanisch vor, doch erst mal schauen, schliesslich sind wir einiges gewohnt. Als uns dann aber ein treuer Hundeblick vom Operationstisch traf, war klar: Arzt ist halt doch nicht gleich Arzt. Mit den Instruktionen des netten Tierarztes ausgestattet, hat unser Tuk-Tuk Fahrer die richtige Adresse (ebenfalls eine Krankenhuette) doch noch gefunden.

Nein, wir sprechen kein Lao - ausser "Sabaidee" (Hallo, Tschuess) vielleicht. Englisch? Nein? Nein. Trotzdem klappt alles bestens. Wir verstaendigen uns pantomimisch, mit deutlicher Satzmelodie und mit einem Laecheln. Ja, Rabipur, steht auf der Schachtel. Spritze gesetzt, erledigt.

Dennoch kann es vorkommen ( wie passiert), dass man seinem Wunsch nach einer ungebrauchten, originalverpackten Spritze mit eigener Suche in der Schublade des Arztes Nachdruck verleihen muss.

Hatschi? Gesundheit!