Barockstadt Vilnius
16. November 2009 21:09, geschrieben von wwwalker, Kategorien [ Allgemein ][ (0) Kommentare ] | [ (0) Trackbacks ]
Wenn man es mag ueber Kopfsteinpflasterstrassen zu schlendern, von einem Platz auf den anderen zu fallen, sich durch enge Gassen zu druecken und bei jedem dritten Schritt ueber eine Kirche zu stolpern, dann wird man sich in Vilnius wohl fuehlen. Barocke Fassaden saeumen die Strassen der Altstadt, Cafes an jeder Ecke, eine Burgruine auf einem kleinen Huegel und eine Kathedrale auf einem tollen Platz mit separatem Glockenturm. Und natuerlich die 13 Hoefe der Universitaet, auch wenn jeder fuer sich eher unspektakulaer ist. Vilnius hat also Einiges zu bieten, lediglich die Menschen wirken etwas unlustig. Wir schlendern mehrfach durch die Altstadt, auch durch den etwas heruntergekommenen Teil, der sich als seperate Republik Uzupis abgespalten hat und sich langsam mit Kuenstlern (natuerlich) und Cafes (natuerlich!) fuellt.
Auf der gegenueberliegenden Seite des Flusses zeigt Vilnius ein anderes Gesicht. Die ersten Gebaeude eines neuen Buero- und Shoppingdistrikts bilden eine moderne Insel, die allein schon wegen der wenigen Hochhaeuser aus der Masse heraussticht. So gehen wir in der neuen glaesernen Shoppingmall Schaufenstershoppen und bewundern die Fassaden und gefalteten Aussenbereiche der neuen Swedbank. Auch die Nationalgalerie ist in einem neuen, anspruchsvollen Gebaeude untergebracht. Die Innenraeume sind so gut, dass ich trotz Verbot ein paar Fotos riskiere. Auch die Wechselausstellung im Untergeschoss zum Kalten Krieg und den Auswirkungen auf Architektur, Kunst und Politik ist ziemlich klasse.
Etwas ausserhalb von Vilnius liegt Trakai, ein kleines Dorf inmitten einer verwinkelten Seenplatte. Viele Inselchen, eine Burg und Segelboote inklusive. Trotz des immer noch trueben Wetters konnten wir das Sommererhohlungspotential durchaus erahnen, sind durchs Dorf und am Ufer entlangspaziert und haben nebenbei zwei kleine, ausgehungerte Kaetzchen, offensichtlich mit ihrer Decke in einem Karton ausgesetzt, mit Sheba und Milch versorgt. In ihrem Heisshunger haetten sie Caro fast auch noch mitgefressen.
Abends haben wir dann Weltuntergang ueberlebt und sind mit einem entsprechend erleichterten Gefuehl durch die dunklen Strassen geschlendert. Zum Glueck ist erst 2009 und noch nicht 2012.




